Fruchtansätze
Die Menge der für die Hefe verfügbaren Nährstoffe hängt von der Frucht, ihrem Reifegrad und der Zubereitung des Mostes ab.
BEWUSSTER UMGANG MIT FERMENTATION
Ratgeber 02
Hefenährstoffe liefern Bestandteile für die Vermehrung und eine gleichmäßige Aktivität der Hefe. So können sie das Risiko einer verlangsamten oder stockenden Gärung verringern.
Unterstützung für die Hefe
Für eine gesunde Entwicklung braucht Hefe auch verwertbare Stickstoffverbindungen, Mineralstoffe und Vitamine. Im Ansatz sind diese Stoffe möglicherweise nicht ausreichend oder nicht gleichmäßig vorhanden. Ein geeigneter Hefenährstoff unterstützt den Aufbau einer vitalen Hefepopulation und einen planbaren Gärverlauf.
Sie unterstützen die Vermehrung der Hefezellen zu Beginn der Gärung.
Sie helfen, die Aktivität der Hefe während der Gärung aufrechtzuerhalten.
Sie ergänzen Nährstoffe, die im Rohstoff fehlen können.
Sie verringern das Risiko einer durch Nährstoffmangel verlangsamten Gärung.
Ein Hefenährstoff behebt jedoch nicht jedes Problem. Zu niedrige oder zu hohe Temperatur, ungeeigneter pH-Wert, zu viel Zucker, ein unpassender Hefestamm oder eine Verunreinigung müssen gesondert untersucht werden.
Der Bedarf der Hefe hängt vom Rohstoff, dem geplanten Alkoholgehalt, dem Hefestamm und der Gärführung ab.
Die Menge der für die Hefe verfügbaren Nährstoffe hängt von der Frucht, ihrem Reifegrad und der Zubereitung des Mostes ab.
Honig liefert viel Zucker, aber meist nur wenige verwertbare Nährstoffe, die die Hefe für ihre Vermehrung benötigt.
Eine hohe Zuckerkonzentration belastet die Hefezellen und verlangt eine besonders sorgfältige Gärführung.
Zum Wiederanlaufen einer gestoppten Gärung müssen die Ursache geprüft, ein geeigneter Hefestamm und ein für diesen Zweck vorgesehenes Produkt gewählt werden.
Bei Bier, Cider und Destillationsansätzen hängt der Bedarf vom Rohstoff, dem Rezept und dem gewählten Hefestamm ab.
| Art der Unterstützung | Eigenschaften |
|---|---|
| Mineralischer Hefenährstoff | Liefert einfache, gut verfügbare Bestandteile zur Unterstützung der Hefeaktivität. Nur in der für das konkrete Produkt angegebenen Menge verwenden. |
| Hefenährstoff mit Vitaminen | Kombiniert mineralische Bestandteile mit Vitaminen, beispielsweise Thiamin, die den Stoffwechsel der Hefe unterstützen. |
| Komplexer Hefenährstoff | Enthält mehrere Gruppen von Bestandteilen für eine umfassendere Unterstützung der Gärung. |
| Mehrstufiges System | Die einzelnen Bestandteile werden in der vom Hersteller angegebenen Reihenfolge und zu den vorgesehenen Zeitpunkten zugegeben. |
| Präparat für einen Gärneustart | Ist für schwierige Bedingungen bei gestoppter Gärung vorgesehen und darf nicht mit einem gewöhnlichen Hefenährstoff gleichgesetzt werden. |
Berechnen Sie das Ansatzvolumen und messen Sie die auf dem Etikett angegebene Menge ab.
Prüfen Sie, ob das Produkt vor der Zugabe aufgelöst werden muss.
Geben Sie den Nährstoff zu dem in der Anleitung genannten Zeitpunkt zu.
Vermischen Sie den Ansatz gründlich mit einem sauberen, desinfizierten Werkzeug.
Sieht die Anleitung mehrere Gaben vor, halten Sie die angegebenen Abstände und Mengenverhältnisse ein. Übertragen Sie das Anwendungsschema eines anderen Nährstoffs nicht auf dieses Produkt, auch wenn die Produkte ähnlich erscheinen.
Ein langsamer Start, deutlich sinkende Aktivität oder ein ungewöhnlicher Geruch können auf schwierige Bedingungen für die Hefe hinweisen, belegen aber keinen Nährstoffmangel. Bevor Sie eine weitere Gabe hinzufügen, prüfen Sie Temperatur, Zuckergehalt, Dichtheit des Gärsystems, Haltbarkeitsdatum der Hefe und Eignung des verwendeten Stamms für den Ansatz.
Der Auswahlweg
Ein geeigneter Hefenährstoff muss zum Ansatz und zum gewählten Hefestamm passen. Entscheidend sind die richtige Menge und die Zugabe gemäß Etikett. Wenn Sie bei der Wahl unsicher sind, beschreiben Sie uns den Rohstoff, das Ansatzvolumen und Ihr geplantes Ergebnis.